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Die 5 wichtigsten Extraktionstechniken der französischen Parfümerie

21. April 2026
Reading time: 5 min read
Top 5 Extraction Techniques in French Perfumery

Die französische Parfümerie stützt sich auf hochentwickelte Verfahren, um natürliche Essenzen aus Botanicals zu gewinnen und so die Düfte zu formen, die wir lieben. Von historischen Techniken wie der Enfleurage bis hin zur modernen superkritischen CO₂ — Extraktion bietet jede Methode eigene Vorzüge, wenn es darum geht, Duftprofile zu bewahren. Hier ein kurzer Überblick:

  • Enfleurage: Nutzt Fett, um zarte Blütenaromen aufzunehmen – ideal für empfindliche Blüten wie Jasmin und Tuberose.
  • Expression: Gewinnt Öle mechanisch aus Zitrusschalen, ganz ohne Hitze, und bewahrt so ihr strahlendes Aroma.
  • Wasserdampfdestillation: Extrahiert Öle effizient mithilfe von Dampf und eignet sich am besten für robuste Materialien wie Lavendel und Sandelholz.
  • Lösungsmittel — Extraktion: Löst aromatische Verbindungen mit Lösungsmitteln und liefert tiefere, reichhaltigere Duftnuancen wie Absolues.
  • Superkritische CO₂ — Extraktion: Ein modernes, lösungsmittelfreies Verfahren, das empfindliche Moleküle durch Druck bei niedrigen Temperaturen bewahrt.

Jede Technik besitzt spezifische Stärken und ist auf unterschiedliche Rohstoffe und Anwendungen zugeschnitten. Ob die Präzision der CO₂ — Extraktion oder der handwerkliche Reiz der Enfleurage – diese Methoden prägen die Kunst der französischen Parfümerie.

Vergleich von 5 französischen Parfüm-Extraktionsmethoden: Enfleurage, Expression, Wasserdampfdestillation, Lösungsmittel-Extraktion und CO2

Vergleich von 5 französischen Parfüm — Extraktionsmethoden: Enfleurage, Expression, Wasserdampfdestillation, Lösungsmittel — Extraktion und CO2

Natürliche Parfümextrakte – die verschiedenen Arten und wie sie vor und nach der Extraktion aussehen

1. Enfleurage

Enfleurage ist eine der ältesten und kunstvollsten Methoden zur Duftgewinnung in der französischen Parfümerie. Bei dieser traditionellen Technik wird eine Schicht geruchloses Fett – historisch eine Mischung aus 75 % Schweinefett und 25 % Rindertalg, heute jedoch häufig durch pflanzliche Alternativen wie Mangobutter oder Kokosöl ersetzt – auf Glasplatten aufgetragen, die als chassis bekannt sind. Frische Blüten werden behutsam auf das Fett gelegt, das ihre aromatischen Öle nach und nach aufnimmt.

Es gibt zwei Hauptansätze der Enfleurage. Bei der kalten Enfleurage werden empfindliche Blüten wie Jasmin und Tuberose verwendet, da sie ihren Duft auch nach dem Pflücken weiter abgeben. Diese Blüten werden alle 24 bis 48 Stunden über einen Zeitraum von 30 bis 60 Tagen ausgetauscht, bis das Fett vollständig durchzogen ist. Die heiße Enfleurage oder Mazeration verwendet robustere Blüten wie Rose und Orangenblüte. Diese werden in auf 40–60 °C erwärmtes Fett eingemischt, mehrere Stunden lang verarbeitet und der Vorgang über zwei bis vier Wochen wiederholt. Das daraus entstehende duftende Fett, bekannt als pomade, wird anschließend mit Alkohol ausgewaschen, um die aromatischen Verbindungen zu extrahieren und ein konzentriertes Absolute zu gewinnen.

Dufttreue

Was die Enfleurage so besonders macht, ist ihre Fähigkeit, die „Post — Harvest — Emanation“ einzufangen – die fortwährende Duftabgabe einer Blüte nach dem Pflücken. So entsteht ein Duftprofil, das luftig ist und der lebenden Blüte bemerkenswert nahekommt, anders als bei der Lösungsmittel — Extraktion, die schwerere Duftbilder hervorbringen kann. Wie Julien Marchetti von Premiere Peau es ausdrückt:

"Die Blume entscheidet, was sie freigibt, wann und wie viel. Das Fett nimmt lediglich auf ... Enfleurage hört zu".

Auch wenn diese Methode eine außergewöhnliche Duftgenauigkeit liefert, ist sie alles andere als effizient.

Ausbeute und Effizienz

Enfleurage ist ein arbeitsintensiver Prozess. Jeder Zyklus erfordert 25–36 Durchgänge mit frischen Blüten, und etwa 8.000 handgepflückte Jasminblüten werden benötigt, um nur ein Kilogramm Extraktionsmaterial zu erzeugen. Dieser akribische Prozess, der zwischen vier und zehn Wochen dauern kann, ist ein wesentlicher Grund für die hohen Kosten.

Materialeignung

Diese Methode eignet sich besonders für die Gewinnung von Düften aus empfindlichen Blüten, die einer Wasserdampfdestillation nicht standhalten, etwa Gardenie, Flieder, Maiglöckchen und Veilchen. Im Juli 2025 kreierte Whitney Swales, Parfümeurin bei Wit & West Perfumes, ein Iris — Enfleurage — Extrait für „The Violetear Eau de Parfum“ unter Verwendung von mehr als 40 Durchgängen frischer Irisblüten, die sie über zwei Saisons hinweg in ihrem Garten geerntet hatte. Sie bemerkte:

"Enfleurage ermöglicht es mir, Extrakte aus Blüten herzustellen, die kommerziell nicht erhältlich sind, wie etwa Iris oder Flieder".

Guerlain hat diese Technik ebenfalls aufgegriffen und kürzlich via Enfleurage in Mangobutter extrahierte Tuberose für ihren Duft Aqua Allegoria Forte Florabloom verwendet – eine zeitgenössische Interpretation dieser historischen Methode. Ihr selektiver Einsatz steht zudem im Einklang mit nachhaltigen Praktiken.

Umweltauswirkungen

Enfleurage bietet neben ihrem handwerklichen Reiz auch gewisse ökologische Vorteile. Vor allem die kalte Enfleurage ist ein energiearmes, manuelles Verfahren, das auf die starke Hitze und schwere Maschinen verzichtet, die für andere Extraktionsmethoden typisch sind. Während man traditionell tierische Fette verwendete, setzen moderne Varianten auf pflanzliche Alternativen, um Nachhaltigkeits- und Vegan — Standards zu erfüllen. Ethylalkohol wird eingesetzt, um die aromatischen Verbindungen vom Fett zu trennen, und historisch wurde das verbleibende Fett in der Seifenherstellung weiterverwendet. Das erneute Interesse an der Enfleurage, insbesondere in Grasse, spiegelt eine breitere Wertschätzung für Handwerkskunst und natürliche Prozesse im luxuriösen Duftmarkt wider.

2. Expression

Expression oder Kaltpressung ist eine einfache mechanische Methode, die speziell zur Gewinnung von Ölen aus Zitrusfrüchten eingesetzt wird. Dieses Verfahren funktioniert, indem die Öldrüsen in den Schalen der Zitrusfrüchte aufgebrochen werden. Im Gegensatz zur Destillation wird das Material keiner Hitze ausgesetzt, wodurch das frische und lebendige Zitrusaroma erhalten bleibt.

Heute kommen moderne Techniken zum Einsatz, bei denen ein Gerät namens pelatrice die Schale anritzt. Das Gemisch aus Saft und Öl wird anschließend durch Zentrifugation getrennt. Historisch war im Sizilien des 19. Jahrhunderts vor der Einführung der Zentrifugation die Schwammmethode verbreitet. Dieser geradlinige Ansatz hebt die Expression von den komplexeren Verfahren ab, die in der französischen Parfümerie oft eingesetzt werden.

Dufttreue

Expression zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, den naturgetreuen Duft von Zitrusfrüchten zu bewahren. Da weder Hitze noch chemische Lösungsmittel verwendet werden, bleiben die flüchtigen Kopfnoten erhalten, die für die charakteristische Frische von Zitrusdüften essenziell sind. Wie Bastille Parfums erklärt:

"Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Zitrusfrucht nicht erhitzt wird, was einen ultrarealistischen Geruch garantiert."

Das Ergebnis ist eine Essenz, die das natürliche Aroma der Frucht perfekt einfängt.

Materialeignung

Diese Methode wird ausschließlich für Zitrusschalen verwendet, da ihre ätherischen Öle in leicht zugänglichen Drüsen in der äußeren Schicht der Frucht gespeichert sind. Die Technik eignet sich besonders gut für Materialien, die von Natur aus reich an Öl sind, und ist damit eine praktische und effiziente Wahl. Das resultierende Produkt wird als „Essenz“ bezeichnet und unterscheidet sich damit von dampfdestillierten ätherischen Ölen.

Umweltauswirkungen

Expression bietet einen nachhaltigen Ansatz, da auf flüchtige organische Lösungsmittel wie Hexan verzichtet wird. Darüber hinaus wird der Fruchtsaft als wertvolles Nebenprodukt aufgefangen, was Abfall reduziert. Das Fehlen chemischer Rückstände und der geringe Energiebedarf machen diese Methode zu einer umweltfreundlichen Wahl.

3. Wasserdampfdestillation

Bei der Wasserdampfdestillation wird pflanzliches Material auf ein perforiertes Gitter über kochendem Wasser gelegt, sodass ausschließlich Dampf mit dem Material in Kontakt kommt. Dieser Prozess dauert bei den meisten Botanicals typischerweise 60–105 Minuten, doch einige Ausnahmen wie Ylang — Ylang erfordern bis zu 22 Stunden sowie eine zusätzliche fraktionierte Destillation, um unterschiedliche Qualitäten zu erzeugen.

Dufttreue

Die durch Wasserdampfdestillation gewonnenen Öle sind im Vergleich zu den reichhaltigeren Absolues aus der Lösungsmittel — Extraktion tendenziell leichter und frischer. Eine fraktionierte Destillation kann das Öl zusätzlich verfeinern, indem unerwünschte Bestandteile entfernt werden. Allerdings können die dabei entstehenden hohen Temperaturen (60 °C bis 100 °C) empfindliche Duftverbindungen schädigen. So lassen sich etwa hitzeempfindliche Blüten wie Jasmin besser mit Lösungsmittel- oder CO₂ — Extraktion verarbeiten.

Raphaël Dumont von Première Peau betont diese Einschränkung:

"Die Wasserdampfdestillation funktioniert hervorragend bei widerstandsfähigen, harzigen oder krautigen Materialien. Bei empfindlichen Blüten, deren Duftmoleküle zu fragil sind, um die Hitze zu überstehen, stößt sie an ihre Grenzen."

Materialeignung

Diese Methode ist besonders wirksam bei robusten pflanzlichen Materialien wie Hölzern (z. B. Sandelholz und Zeder), Rinden, Wurzeln, Samen und Harzen wie Weihrauch und Myrrhe. Sie wird außerdem häufig für aromatische Kräuter wie Lavendel, Rosmarin, Pfefferminze und Eukalyptus verwendet. Manche hitzetoleranten Blüten wie Damaszener — Rose (Rosa damascena) und Orangenblüten (für Neroli) reagieren ebenfalls gut auf dieses Verfahren. Die Ausbeuten aus diesen Materialien können jedoch recht bescheiden sein: So werden beispielsweise 3.500–5.000 kg Damaszener — Rosenblätter benötigt, um nur 1 kg Rosenotto zu gewinnen, während ungefähr 1.000 kg Bitterorangenblüten lediglich 1 kg Neroliöl ergeben.

Umweltauswirkungen

Einer der zentralen Vorteile der Wasserdampfdestillation ist, dass ausschließlich Wasser und Dampf verwendet werden und somit keine flüchtigen organischen Lösungsmittel wie Hexan nötig sind, die bei der Lösungsmittel — Extraktion eingesetzt werden. Darüber hinaus entsteht Hydrolat als wertvolles Nebenprodukt. Allerdings benötigt die Wasserdampfdestillation erhebliche Mengen an Wasser und Energie und ist daher weniger effizient als die superkritische CO₂ — Extraktion, die bei deutlich niedrigeren Temperaturen (rund 32 °C) arbeitet.

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4. Lösungsmittel — Extraktion

Bei der Lösungsmittel — Extraktion werden Rohstoffe mit flüchtigen Lösungsmitteln wie Hexan oder Ethanol kombiniert, um aromatische Verbindungen, Wachse und Pigmente zu lösen. Nach dem Vermischen wird die Lösung filtriert und konzentriert, was bei frischen Blüten zu einem „Concrete“ und bei getrockneten Materialien wie Harzen oder Balsamen zu einem „Resinoid“ führt. Das Concrete wird anschließend mit Alkohol behandelt, um die aromatischen Öle von nicht aromatischen Wachsen zu trennen, wodurch das Endprodukt entsteht, das als „Absolute“ bekannt ist.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war diese Methode zu einem Grundpfeiler der industriellen Prozesse in Grasse geworden und wurde für ihre Zuverlässigkeit und Effizienz geschätzt. Sie begegnet wirkungsvoll den Grenzen, die hitzeempfindliche Materialien mit sich bringen, welche bei der Wasserdampfdestillation häufig problematisch sind.

Dufttreue

Einer der großen Vorzüge der Lösungsmittel — Extraktion liegt in ihrer Fähigkeit, die komplexen und feinen Duftprofile von Rohstoffen zu bewahren, da diese keiner Hitze ausgesetzt werden. Dadurch bleiben vielschichtige Aromaverbindungen intakt. So ist etwa durch Lösungsmittel — Extraktion hergestelltes Rosenabsolute für seinen tieferen, reicheren Charakter bekannt, während durch Destillation gewonnenes Rosenöl einen leichteren, zarteren Duft entfaltet. Ebenso besitzt Ylang — Ylang — Absolute ein cremigeres und intensiveres Aroma als das frischere, leichtere Profil seines Pendants als ätherisches Öl.

Materialeignung

Diese Technik eignet sich besonders für die Verarbeitung „edler“ Blüten, die in der französischen Parfümerie ikonisch sind, etwa Jasmin, Tuberose, Mimose, Narzisse und Veilchen. Whitney Swales, Parfümeurin und Mitgründerin von Wit & West Perfumes, unterstreicht die Bedeutung dieser Methode:

"Im Fall von Jasmin bestehen die flüchtigen aromatischen Öle des Jasmins aus hitzeempfindlichen chemischen Verbindungen, die es nicht erlauben, mit Methoden wie der Wasserdampfdestillation ein brauchbares Produkt zu erhalten."

Neben Blüten ist die Lösungsmittel — Extraktion auch ideal für Materialien wie Eichenmoos, Iris (Orris), Vanille und Harze wie Benzoe und Labdanum.

Umweltauswirkungen

Neben ihren technischen Vorzügen bietet die Lösungsmittel — Extraktion auch einige ökologische Vorteile. Vakuumverarbeitung und Lösungsmittelrückgewinnung helfen, Abfall zu reduzieren. Darüber hinaus werden Nebenprodukte wie Blütenwachse und „By — Absolutes“ in Produkten wie Hautpflege, festen Düften und Kerzen weiterverwendet. Ein möglicher Kritikpunkt dieser Methode ist jedoch das potenzielle Vorhandensein von Lösungsmittelrückständen im finalen Absolute. Neuere Techniken wie die superkritische CO₂ — Extraktion begegnen diesem Problem, indem sie solche Risiken vollständig ausschließen.

5. Superkritische CO₂ — Extraktion

Die superkritische CO₂ — Extraktion bietet einen modernen Ansatz, der die feine Natur aromatischer Verbindungen schützt – anders als traditionelle Methoden. Wird Kohlendioxid bei einer Temperatur von nur 32 °C auf 73 bar verdichtet, tritt das CO₂ in einen superkritischen Zustand ein. In diesem Zustand vereint es die Dichte einer Flüssigkeit mit der Diffusionsfähigkeit eines Gases und kann so aromatische Moleküle extrahieren, ohne dass hohe Temperaturen erforderlich sind.

Dufttreue

Der Niedrigtemperaturprozess sorgt dafür, dass selbst die fragilsten Aromaverbindungen intakt bleiben. Da CO₂ bei Druckentlastung auf natürliche Weise wieder gasförmig wird, hinterlässt es keinerlei Lösungsmittelrückstände. Das Resultat ist ein reiner Extrakt, der dem ursprünglichen Material noch näherkommt. So besitzt CO₂-extrahierte Vanille oft einen leichteren, frischeren Duft, der die natürliche Schote authentisch widerspiegelt, während Vanille — Absolute tendenziell ein dichteres, sirupartigeres Profil zeigt.

Materialeignung

Diese Methode ist besonders effektiv für die Gewinnung von Essenzen aus Gewürzen, Wurzeln, Harzen und trockenen Botanicals. Dark Tales, ein botanisches Parfümhaus, nutzt die CO₂ — Extraktion, um den wahren Charakter von Inhaltsstoffen wie Weihrauch, Myrrhe, Vanille, Kamille, Sandelholz, Rose, Ingwer, schwarzer Johannisbeerknospe, Pfefferminze und Patchouli zu bewahren. Die Technik ist ideal, um empfindliche Aromamoleküle einzufangen, die bei traditionellen Verfahren Schaden nehmen könnten.

Umweltauswirkungen

Auch in ökologischer Hinsicht sticht die CO₂ — Extraktion hervor. Anders als die Lösungsmittel — Extraktion, bei der Chemikalien wie Hexan oder Ethanol zum Einsatz kommen, vermeidet dieses Verfahren schädliche Rückstände vollständig. Fulvio Ciccolo, Autor und Forscher bei Scentspiracy, hebt ihre Vorzüge hervor:

"Zu den fortschrittlichsten und nachhaltigsten Methoden zählt die CO₂ — Extraktion mit superkritischem Kohlendioxid".

Vergleichstabelle

Nachfolgend finden Sie einen detaillierten Vergleich verschiedener Extraktionsmethoden, der ihre Stärken, Grenzen, idealen Rohstoffe und Anwendungsbeispiele hervorhebt. Jede Methode bringt eigene Vorzüge und Herausforderungen mit sich und eignet sich somit für unterschiedliche Anforderungen der Parfümerie.

ExtraktionsmethodeStärkenGrenzenIdeale RohstoffeBemerkenswerte Beispiele
EnfleurageFängt zarte Düfte ohne Hitze ein; erzeugt außergewöhnlich hohe QualitätExtrem kostspielig; arbeitsintensiv; sehr geringe AusbeuteTuberose, Jasmin, Narzisse, MimoseAqua Allegoria Forte Florabloom von Guerlain (Tuberose); Monoi de Tahiti (Tiaré)
ExpressionBewahrt frische, natürliche Aromen ohne hitzebedingten QualitätsverlustAuf Zitrusschalen beschränktBergamotte, Zitrone, Orange, MandarineZitrusessenzen in traditionellen Eaux de Cologne
WasserdampfdestillationEffizientes Verfahren; erzeugt Nebenprodukte wie HydrolateHitze kann empfindliche Aromamoleküle verändern oder schädigenLavendel, Rosmarin, Patchouli, SandelholzLavendelöl; Rosenwasser; Orangenblütenwasser
Lösungsmittel — ExtraktionHohe Ausbeute; wirksam bei schweren oder wachsartigen MolekülenUmfasst flüchtige Chemikalien; erfordert mehrere ReinigungsschritteRose, Jasmin, Eichenmoos, HarzeRosenabsolute; Jasminabsolute; Eichenmoos — Concrete
Superkritische CO₂ — ExtraktionLösungsmittelfrei; arbeitet bei niedrigen Temperaturen (32 °C); umweltfreundlichErfordert kostspielige HochdruckanlagenGewürze, Wurzeln, trockene BotanicalsRosa Pfeffer CO₂; Ingwer CO₂; Kardamom — Extrakte

Beim Vergleich der Ausbeuten fällt die traditionelle Enfleurage besonders durch ihre Ineffizienz auf – 1 kg Fett ist nötig, um den Duft von 3 kg Blüten aufzunehmen.

Bemerkenswerterweise hat Guerlain die Enfleurage neu interpretiert, indem Mangobutter als pflanzliche Alternative zu tierischem Fett für die Tuberose — Extraktion verwendet wird und so eine reichhaltigere, cremigere florale Essenz erzielt wird. Ebenso erzeugt ihre innovative 22-stündige Wasserdampfdestillation von Ylang — Ylang unterschiedliche olfaktorische Qualitäten und zeigt, wie moderne Techniken traditionelle Methoden verfeinern können. Diese Entwicklungen unterstreichen die Präzision und Kunstfertigkeit, die der französischen Parfümerie innewohnen.

Die fünf Extraktionstechniken der französischen Parfümerie

Die französische Parfümerie verdankt einen großen Teil ihres Renommees der Meisterschaft vielfältiger Extraktionsmethoden. Vom minutiösen Prozess der Enfleurage bis zur hochentwickelten superkritischen CO₂ — Extraktion – die unter präzisen Bedingungen von 32 °C und 73 bar arbeitet – zeigt jede Technik das Bestreben, die Essenz der Rohstoffe zu bewahren, und hebt die Expertise hervor, die das französische Duft — Handwerk definiert.

Faszinierend ist, wie uralte Methoden wie die Enfleurage, einst beinahe als obsolet betrachtet, ihren Weg zurück in die moderne Parfümerie finden. So hat etwa Grasse diese historische Technik jüngst aufgegriffen, um luxuriöse Kompositionen zu schaffen. Wie Fulvio Ciccolo treffend formuliert:

"Die Geschichte der Duftgewinnung ist ein reiches Wechselspiel aus altem Handwerk und moderner Technologie."

Heute bleibt dieses Wechselspiel nicht mehr nur Parfümeuren vorbehalten. Dank der kuratierten Decants von Scento, beginnend bei nur 0,75 ml, können Duftliebhaber diese Techniken nun selbst erleben. Sie können die erdige Tiefe ätherischer Öle aus der Wasserdampfdestillation, den Reichtum von Absolues aus der Lösungsmittel — Extraktion und die kristalline Klarheit von CO₂ — Extrakten vergleichen – alles aus derselben Rohzutat gewonnen, jedoch mit deutlich unterschiedlichen olfaktorischen Profilen.

Ob die warmen, verankernden Basisnoten, die durch Enfleurage bewahrt werden, oder die lebendigen Gewürznuancen, die mittels CO₂ — Extraktion eingefangen werden – diese Methoden verwandeln rohe Botanicals in exquisite Düfte. Indem Sie diese kuratierten Decants entdecken, vertiefen Sie Ihr Verständnis für die Kunstfertigkeit hinter der Duftkreation – und erweitern zugleich Ihre Kollektion auf zugängliche und erschwingliche Weise.

FAQs

Wie wähle ich die richtige Extraktionsmethode für ein bestimmtes Botanical?

Die Wahl der richtigen Extraktionsmethode hängt von den Eigenschaften des Botanicals und dem gewünschten Duftprofil ab. Kalte Expression eignet sich hervorragend für Zitrusschalen wie Bergamotte und bewahrt ihre spritzige Frische ohne Hitze. Für empfindliche Blüten wie Jasmin ist Enfleurage eine sanfte Technik, die ihr delikates Aroma erhält. Bei seltenen oder sensiblen Materialien sind lösungsmittelbasierte Verfahren wie die superkritische CO₂ — Extraktion ideal, da sie die Integrität der aromatischen Verbindungen bewahren, ohne sie Hitze oder Druck auszusetzen. Die Wahl der passenden Methode stellt sicher, dass die Essenz des Botanicals in ihrer schönsten Form eingefangen wird.

Warum riechen dieselben Inhaltsstoffe als ätherisches Öl, Absolute oder CO₂ — Extrakt unterschiedlich?

Die Art der Duftgewinnung spielt eine entscheidende Rolle für seinen Charakter, da jede Methode die chemische Zusammensetzung der aromatischen Verbindungen beeinflusst. Ätherische Öle werden durch Destillation oder Expression hergestellt, wodurch die flüchtigeren Verbindungen bewahrt werden und ein leichterer, frischerer Duft entsteht. Absolues hingegen werden mittels Lösungsmittel — Extraktion gewonnen. Diese Methode erfasst ein breiteres Spektrum an Molekülen und führt zu einem tieferen und komplexeren Aroma. CO₂ — Extraktion schließlich nutzt niedrige Temperaturen, um empfindliche Verbindungen schonend zu extrahieren, wodurch ein Duftprofil entsteht, das dem ursprünglichen Material besonders nahekommt.

Welche Extraktionsmethoden sind in der französischen Parfümerie am umweltfreundlichsten?

In der französischen Parfümerie stechen zwei Methoden durch ihre geringe Umweltbelastung hervor: kalte Expression und Enfleurage. Diese Techniken beruhen auf mechanischen Prozessen und vermeiden oder minimieren den Einsatz von Lösungsmitteln, was sie besonders schonend für die Umwelt macht. Sie werden vor allem dafür geschätzt, natürliche Aromen behutsam einzufangen und dabei Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt zu stellen.

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