Biodiversität in der Duftwelt: Warum sie von Bedeutung ist
Biodiversität in der Duftwelt: Warum sie von Bedeutung ist
26. Januar 2026Reading time: 11 min
Wenn Sie ein Parfum tragen, verbinden Sie sich mit den Schätzen der Natur. Parfüminhaltsstoffe stammen häufig von Pflanzen, die auf gesunde Ökosysteme angewiesen sind, um zu gedeihen. Doch Klimawandel, Überernte und Lebensraumverlust gefährden diese Ressourcen zunehmend. Dies ist nicht nur ein Umweltproblem – es beeinflusst direkt die Qualität, Verfügbarkeit und Zukunft von Parfums.
Um diese wertvollen Rohstoffe zu schützen, setzt die Parfümindustrie auf Lösungen wie ethische Beschaffung, fortschrittliche Extraktionstechnologien und Biotechnologie. Diese Methoden zielen darauf ab, die Belastung der Ressourcen zu verringern und gleichzeitig die Komplexität und den Reichtum natürlicher Düfte zu bewahren. Auch Ihre Entscheidungen als Konsument sind von Bedeutung. Die Wahl verantwortungsvoll beschaffter oder biotechnologisch gewonnener Düfte unterstützt den Erhalt der Biodiversität und schützt die Ökosysteme hinter Ihren Lieblingsdüften.
Wichtige Erkenntnisse:
Über 60 % der Parfümpflanzen werden wild gesammelt, was einige Arten an den Rand des Aussterbens bringt.
Der Klimawandel verringert bereits die Erträge von Rohstoffen wie Rosen und Jasmin.
Nachhaltige Praktiken und biotechnologische Innovationen helfen, diese Ressourcen zu schützen.
Kleinere Abfüllgrößen, wie sie von Scento angeboten werden, reduzieren Abfall und Überproduktion.
Jeder Kauf gestaltet die Zukunft der Parfümerie mit und ermöglicht es, Düfte zu genießen und gleichzeitig die Natur zu bewahren.
Biodiversitätskrise in der Parfümindustrie: Zentrale Statistiken und Bedrohungen
Wie Wissenschaft die Parfümindustrie transformieren kann | Freideriki Michailidou | TEDxZurich
Wie Biodiversität Parfüminhaltsstoffe prägt
Jeder natürliche Inhaltsstoff in der Parfümerie trägt eine Geschichte, die von seinem Umfeld – Boden, Klima und Ökosystem – geprägt ist. Wenn diese Lebensräume mit reicher Biodiversität gedeihen, spiegeln die Rohstoffe diese Vitalität wider und bieten komplexe, lebendige Duftprofile. Werden Ökosysteme jedoch beschädigt oder zerstört, sinken Qualität und Verfügbarkeit dieser Rohstoffe. Dieses empfindliche Gleichgewicht unterstreicht die enge Verbindung zwischen Natur und Parfümwelt und bildet die Grundlage für einen tieferen Blick auf die Unterschiede zwischen natürlichen und synthetischen Materialien.
Natürliche vs. synthetische Inhaltsstoffe
Natürliche Rohstoffe, die sich über Jahrtausende im Zusammenspiel mit Bestäubern und Fressfeinden entwickelt haben, sind von Natur aus komplex. So ist beispielsweise Rosen — Absolue ein Wunderwerk der Vielschichtigkeit und enthält über 300 verschiedene Molekülverbindungen. Synthetische Inhaltsstoffe hingegen werden für Konsistenz und Zuverlässigkeit entwickelt. Sie können bestimmte Duftprofile nachbilden, doch es fehlt ihnen an der sich ständig wandelnden Tiefe und Nuance, die natürliche Düfte so faszinierend machen.
Auch der aufwendige Herstellungsprozess natürlicher Rohstoffe zeigt, warum ihr Schutz so wichtig ist. Die Gewinnung ist ressourcenintensiv – aus Orangenblüten — Absolue beispielsweise erhält man nur 0,12 % aus dem Ausgangsmaterial. Das bedeutet, dass große Mengen an Pflanzen für kleine Duftmengen benötigt werden, was die Bedeutung des Schutzes der Ökosysteme, die diese Ressourcen tragen, unterstreicht.
Über ihre molekulare Zusammensetzung hinaus ist die Nachhaltigkeit natürlicher Inhaltsstoffe eng mit der Gesundheit ihrer Herkunftsgebiete verbunden.
Inhaltsstoffe, die auf gesunde Ökosysteme angewiesen sind
Bestimmte Parfüminhaltsstoffe sind untrennbar mit spezifischen Lebensräumen verbunden. Nehmen wir Sandelholz: Einst in Indien bis an den Rand des Aussterbens übererntet, wird es heute nachhaltig auf Plantagen in Australien angebaut. Adlerholz, auch Oud genannt, eines der begehrtesten (und teuersten) Parfümrohstoffe, stammt aus den Regenwäldern Südostasiens. Nachhaltige Ernte von Adlerholz schützt nicht nur die Wälder, sondern bietet lokalen Gemeinschaften wirtschaftliche Anreize, diese zu bewahren, anstatt sie für die Landwirtschaft zu roden.
Auch andere Rohstoffe stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Weihrauch, gewonnen von Bäumen am Horn von Afrika, ist durch Überernte und Klimawandel bedroht. Iriswurzel, aus Rhizomen der Schwertlilie gewonnen, ist ein weiteres Beispiel für die Geduld der Natur – sie benötigt drei bis fünf Jahre Wachstumszeit, bevor sie geerntet werden kann. Dieser langsame Reifeprozess macht deutlich, wie wichtig stabile, gesunde Ökosysteme für solch anspruchsvolle Kultivierung sind.
Die Zukunft dieser kostbaren Rohstoffe hängt davon ab, Biodiversität zu bewahren und die Lebensräume zu schützen, die ihr Gedeihen ermöglichen. Ohne diese Bemühungen droht der Parfümerie der Verlust ihrer wertvollsten natürlichen Elemente.
Bedrohungen für die Biodiversität in der Parfümherstellung
Der Reiz natürlicher Parfüminhaltsstoffe hat oft einen hohen Preis für die Umwelt. Ein Großteil – zwischen 60 % und 90 % – der in der Parfümerie verwendeten Pflanzen wird durch Wildsammlung statt Anbau gewonnen. In den letzten 20 Jahren ist die Nachfrage nach diesen Rohstoffen explodiert, ihr Wert stieg um über 75 %. Dieser Anstieg, kombiniert mit Lebensraumzerstörung und Klimainstabilität, setzt die Ökosysteme massiv unter Druck und bringt viele aromatische Pflanzen an den Rand des Aussterbens. Unter den auf ihren Schutz hin bewerteten Heil- und Aromapflanzen sind 9 % bereits als bedroht eingestuft.
Überernte schadet nicht nur der Biodiversität – sie gefährdet auch lokale Gemeinschaften, deren Existenz von diesen Ökosystemen abhängt. Regulierungsbehörden wie CITES (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten) greifen ein und überwachen gefährdete Arten genau. Bis 2025 hat die International Fragrance Associationvier spezifische Duftstoffe identifiziert, für die strengere Handelsregeln gelten könnten.
"Der Schutz der Biodiversität ist essenziell für die Zukunft von Natur und Parfüm."
Diese Aussage von Matthias Vey, Vizepräsident Wissenschaftliche Angelegenheiten bei IFRA, unterstreicht die Dringlichkeit dieser Herausforderungen – insbesondere für Rohstoffe mit notorisch niedrigen Ausbeuten.
Gefährdete Rohstoffe mit hoher Nachfrage
Einige begehrte Parfüminhaltsstoffe sind aufgrund ihrer extrem niedrigen Ausbeuten besonders gefährdet. So liefern Irisbutter, Jasmin und Rosen — Absolue jeweils weniger als 0,4 % aus dem Ausgangsmaterial, was den Druck auf die Ökosysteme verstärkt. Selbst Rosa Pfeffer, der mit 1,5 % eine vergleichsweise höhere Ausbeute bietet, gilt aufgrund der Wildsammlung als umweltbelastend.
Das „Wilde Dutzend“, eine von der FAO identifizierte Gruppe zentraler Rohstoffe, zeigt, wie viele gängige Materialien inzwischen gefährdet und dringend schutzbedürftig sind. Hinzu kommt, dass der Klimawandel das ohnehin fragile Gleichgewicht weiter erschwert.
Wie der Klimawandel die Parfümbeschaffung beeinflusst
Der Klimawandel verschärft bestehende Bedrohungen, indem er die empfindlichen Ökosysteme, auf denen Parfümpflanzen gedeihen, aus dem Gleichgewicht bringt. In Grasse, Frankreich – einer historischen Hochburg der Parfümerie, die Luxusmarken wie Chanel und Dior beliefert – haben Dürren die Blütenernten dezimiert und die Erträge 2023 um 40 % reduziert. Die Wasserknappheit ist so gravierend, dass staatliche Einschränkungen die landwirtschaftliche Bewässerung während Hitzewellen nahezu unmöglich machen.
Neben geringeren Ernten verändern steigende Temperaturen die chemische Zusammensetzung natürlicher Rohstoffe und damit ihre Duftprofile. Kleine Betriebe, oft in abgelegenen Regionen, sind diesen Veränderungen besonders ausgeliefert. Ohne Ressourcen für schnelle Anpassungen sind diese Gemeinschaften und damit auch die Lieferketten der Parfümindustrie erheblichen Risiken ausgesetzt.
"Als Parfümeure wollen wir natürlich die Rohstoffe bewahren, mit denen wir arbeiten und die uns inspirieren. Es ist unsere Verantwortung, sorgfältig von Produzenten zu beziehen, die Nachhaltigkeit nicht nur im Hinblick auf Umwelt, sondern auch auf soziale Aspekte der Gemeinschaft gewährleisten."
Dieses Statement von Erwin Creed von The House of Creed spiegelt das wachsende Bewusstsein der Branche für nachhaltige Praktiken wider, die ökologische und soziale Prioritäten in Einklang bringen.
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Lösungen zum Schutz der Biodiversität in der Parfümerie
Die Parfümindustrie begegnet den Biodiversitätsherausforderungen mit einer Mischung aus regenerativen Praktiken und Biotechnologie. Von ethischer Ernte bis zu fortschrittlichen Produktionsmethoden bieten diese Ansätze konkrete Möglichkeiten, wie Marken und Konsumenten zum Schutz beitragen können. So engagiert sich die Branche.
Ethische Erntemethoden
Nachhaltige Beschaffung beginnt mit spezialisierten Wildsammlungsprogrammen, die Überernte verhindern und Ökosysteme schützen. Diese Initiativen helfen nicht nur, natürliche Lebensräume wiederherzustellen, sondern bieten auch lokalen Gemeinschaften wertvolle Unterstützung.
Zahlreiche Unternehmen setzen auf Biodiversitäts — Aktionspläne (BAPs), die auf bestimmte Regionen zugeschnitten sind, um ihre Umweltwirkung zu messen und Schutzmaßnahmen gezielt einzusetzen. Zudem sorgt das Nagoya — Protokoll dafür, dass Gemeinschaften, die genetische Ressourcen liefern, fair entlohnt und anerkannt werden.
"Das Nagoya — Protokoll schafft Klarheit für Unternehmen und Fairness für Gemeinschaften. Die Parfümindustrie unterstützt diese Ziele voll und ganz und arbeitet proaktiv daran, die weltweite Biodiversität zu respektieren und gleichzeitig hochwertige Duftstoffe zu liefern."
Konsumenten können auch auf Zertifizierungen wie das Union for Ethical BioTrade (UEBT) achten, das garantiert, dass Produkte Biodiversität und Menschenrechte respektieren. Technisch gesehen reduzieren moderne Extraktionsmethoden wie superkritische CO2 — Extraktion und fortschrittliches Lösungsmittel — Recycling (bis zu 96,5 % Effizienz) den Abfall im Vergleich zu traditionellen Verfahren erheblich. Diese Fortschritte, kombiniert mit Biotechnologie, verändern die nachhaltige Parfümherstellung grundlegend.
Biotechnologie und neue Produktionsmethoden
Biotechnologie revolutioniert die Parfümherstellung, indem Duftmoleküle mittels Hefe und Bakterien produziert werden. Wissenschaftler programmieren diese Mikroorganismen mit Pflanzengenen, um Verbindungen zu erzeugen, die chemisch identisch mit denen aus der Natur sind. Diese Innovation schützt bedrohte Arten wie das ostindische Sandelholz und Adlerholz, da keine Wildbestände oder alten Bäume mehr geerntet werden müssen.
Verfahren wie enzymatische Katalyse ermöglichen die Herstellung komplexer Duftmoleküle bei Raumtemperatur mit minimalem Abfall. Zudem verwandelt Upcycling Nebenprodukte wie Zitrusschalen aus der Saftindustrie in wertvolle Parfümrohstoffe.
Biotechnologische Produktion bietet zahlreiche ökologische Vorteile: Sie benötigt weniger Land und Wasser, vermeidet Lebensraumzerstörung und senkt den CO₂ — Ausstoß erheblich. Im Gegensatz zu saisonalen Kulturen, deren Erträge schwanken, sorgt Biotechnologie für gleichbleibende, ganzjährige Produktion in einheitlicher Qualität. Mit einem prognostizierten Weltmarktvolumen für nachhaltige Düfte von über 36 Milliarden € bis 2029 ist klar, dass die Nachfrage nach diesen Innovationen wächst.
Wie Konsumentscheidungen einen Unterschied machen
Ihre Kaufentscheidungen haben die Kraft, die Branchenpraktiken zu beeinflussen. Achten Sie auf Produkte mit dem UEBT — Siegel, das bestätigt, dass Rohstoffe verantwortungsvoll beschafft werden und die lokale Entwicklung fördern. Die Wahl von Düften mit biotechnologisch gewonnenen Inhaltsstoffen schützt Wildarten und bietet dennoch die gewohnten Duftprofile – mikrobielles Engineering kann aromatische Verbindungen auf viel kleinerer Fläche als traditionelle Methoden wie Rosenölproduktion erzeugen.
Transparenz ist ein weiterer Schlüsselfaktor. Wählen Sie Marken, die Rückverfolgbarkeit von der Quelle bis zur Flasche bieten – ein Merkmal, das durch biotechnologische Fortschritte immer häufiger wird. Produkte aus upcycelten Materialien, etwa Nebenprodukten aus Zitrusschalen, sind ebenfalls eine kluge und nachhaltige Wahl. Für Duftliebhaber mit Sensibilitäten bieten biotechnologisch gewonnene Parfums zudem allergenfreie Alternativen, da sie gereinigte Moleküle ohne typische Reizstoffe wie Limonen oder Linalool aus traditionellen ätherischen Ölen enthalten.
Prüfen Sie außerdem, ob Marken Unterzeichner der IFRA — IOFI — Nachhaltigkeitscharta sind oder Ökodesign — Tools wie GREEN MOTION™ nutzen, um den ökologischen Fußabdruck ihrer Rohstoffe zu bewerten. Die Unterstützung solcher Initiativen sendet eine klare Botschaft: Konsumenten schätzen Nachhaltigkeit und Biodiversität in der Parfümbranche. Jeder Kauf trägt zum Schutz der Ökosysteme für kommende Generationen bei.
Die Parfümindustrie ist auf über 11.000 Rohstoffe aus aller Welt angewiesen, oft aus empfindlichen Ökosystemen. Das Decant — Modell von Scento begegnet dieser Herausforderung direkt, indem es die Nachfrage nach diesen Ressourcen reduziert. Dieser durchdachte Ansatz hilft nicht nur, seltene Rohstoffe zu bewahren, sondern ermöglicht auch einen verantwortungsvolleren Weg, Düfte zu entdecken.
Weniger Abfall durch kleinere Größen
Traditionelles Parfümshopping führt oft zu Verschwendung, da viele große Flakons ungenutzt bleiben. Die 0,75ml-, 2ml- und 8ml — Abfüllungen von Scento bieten eine clevere Alternative, die sich am tatsächlichen Verbrauch orientiert. Ein 8ml — Fläschchen liefert beispielsweise etwa 120 Sprühstöße – genug, um einen Duft ausgiebig zu erleben, ohne sich auf einen großen Flakon festzulegen. Dieser Wandel reduziert Überproduktion und senkt die Nachfrage nach Rohstoffen wie Sandelholz und Rosenöl, deren Gewinnung besonders energieintensiv ist.
"Nachhaltigkeit ist der Schlüssel zur Kreation von Düften... Es ist nur logisch, auf die gesamte Produktion zu achten – vom Boden über die Menschen und Gemeinschaften, die die Felder pflegen, bis hin zur Flasche."
Erwin Creed, Parfümeur, The House of Creed
Verantwortungsvolle Duftentdeckung
Über die Abfallvermeidung hinaus lädt Scento dazu ein, Düfte bewusst zu erkunden und den Druck auf natürliche Ressourcen zu mindern. Die kuratierte Auswahl von 1.000 Parfums ermöglicht es, eine breite Palette an Düften zu entdecken, ohne mehrere große Flakons kaufen zu müssen. Statt viele große Flaschen zu erwerben, um den Lieblingsduft zu finden, können Sie Decants testen, mit zahlreichen Optionen experimentieren und so einen nachhaltigeren Ansatz unterstützen.
Mit einem prognostizierten Marktvolumen für Nischendüfte von 5,73 Milliarden Dollar bis 2034 ist die Wahl kleiner Abfüllungen ein Schritt zu bewusstem Konsum. Jeder kleine Kauf spiegelt die Verpflichtung zu verantwortungsvollem Ressourceneinsatz wider und trägt dazu bei, die Biodiversität zu erhalten, die die komplexen, natürlichen Düfte ermöglicht, die wir schätzen. Durch die Wahl kleiner, durchdachter Größen leisten Sie einen aktiven Beitrag zum Schutz der Ökosysteme, die Ihre Lieblingsdüfte inspirieren und hervorbringen.
Fazit
Biodiversität ist das Rückgrat der Parfümkunst und prägt jeden Schritt des kreativen Prozesses. Es geht nicht nur um Ökosysteme oder Naturschutz – sie ist das Lebenselixier der Branche. Über 11.000 Rohstoffe, vom Adlerholz in dichten Wäldern bis zu zarten Rosen auf weiten Feldern, verdanken ihre Existenz florierenden Ökosystemen. Werden diese Lebensräume bedroht, geraten die facettenreichen Düfte, die wir lieben, in Gefahr. Synthetische Inhaltsstoffe haben zwar ihren Platz, doch sie können die Tiefe und Komplexität natürlicher Rohstoffe nicht vollständig einfangen.
Ihre Entscheidungen als Konsument sind entscheidend, um dieses Gleichgewicht zu wahren. Die Wahl von Marken, die ethische und transparente Praktiken priorisieren, schützt wertvolle Ökosysteme. Dies wiederum unterstützt die Gemeinschaften, die auf diese Ressourcen angewiesen sind, und sichert durch nachhaltige Beschaffung die gleichbleibende Qualität von Parfums. Mit einem erwarteten Marktvolumen für Nischendüfte von 5,73 Milliarden Dollar bis 2034 zeigt sich, dass immer mehr Konsumenten ihre Vorlieben an verantwortungsvolle Produktionsmethoden anpassen.
"Der Schutz der Biodiversität ist essenziell für die Zukunft von Natur und Parfüm." - Matthias Vey, Vizepräsident Wissenschaftliche Angelegenheiten, IFRA
Plattformen wie Scento ebnen den Weg für nachhaltigere Duftentdeckungen. Durch kleinere Abfüllgrößen wird Abfall minimiert und Sie können eine Vielzahl von Düften entdecken, ohne sich auf große Flakons festzulegen, die oft ungenutzt bleiben. Es ist ein bewusster Ansatz, Düfte zu genießen und dabei die Umweltbelastung zu reduzieren.
Die Zukunft der Parfümindustrie hängt von den Entscheidungen ab, die wir heute treffen. Mit der Unterstützung ethischer Beschaffung und der Wertschätzung von Qualität tragen Sie dazu bei, die Ökosysteme zu erhalten, die Ihre Lieblingsdüfte ermöglichen. Jeder bewusste Kauf ist ein Schritt, um die Kunst der Parfümerie im Einklang mit der Natur weiter gedeihen zu lassen.
FAQs
Wie beeinflusst der Klimawandel natürliche Parfüminhaltsstoffe?
Der Klimawandel verändert die Bedingungen für natürliche Parfüminhaltsstoffe grundlegend. Extreme Wetterereignisse, steigende globale Temperaturen und längere Dürreperioden stören die Wachstums- und Erntezyklen essentieller Aromapflanzen wie Jasmin, Lavendel und Rose. Diese Störungen führen häufig zu geringeren Erträgen, verminderter Qualität und im schlimmsten Fall zum vollständigen Verschwinden botanischer Rohstoffe, die für die Naturparfümerie unverzichtbar sind.
Regionen wie Grasse in Frankreich – berühmt für die Produktion feinster Aromapflanzen – sind besonders gefährdet, da ihre traditionellen Anbaubedingungen immer instabiler werden. Das gefährdet nicht nur die wirtschaftliche Existenz der Parfümproduzenten, sondern bedroht auch die Biodiversität und die tief verwurzelten handwerklichen Traditionen der Naturparfümerie. Um diese wertvollen Ressourcen für die Zukunft zu bewahren, sind nachhaltige und anpassungsfähige Anbaumethoden wichtiger denn je.
Welche Vorteile bieten biotechnologisch hergestellte Düfte?
Biotechnologisch hergestellte Düfte verändern die Kreation von Parfums grundlegend und bieten einen umweltbewussteren Produktionsansatz. Durch Verfahren wie Fermentation und Biokatalyse wird die Abhängigkeit von der Ernte natürlicher Ressourcen oder dem Einsatz von Petrochemikalien deutlich reduziert. Das trägt nicht nur zum Erhalt der Biodiversität bei, sondern fördert auch einen nachhaltigeren, grüneren Produktionsprozess.
Ein weiterer Vorteil biotechnologischer Methoden ist die Überwindung der Herausforderungen seltener oder saisonaler Rohstoffe. Sie gewährleisten eine konstante Versorgung mit hochwertigen Duftprofilen, unabhängig von natürlichen Begrenzungen. Darüber hinaus bieten diese Verfahren eine skalierbare und kosteneffiziente Alternative zu traditionellen Extraktionsprozessen und entsprechen dem wachsenden Nachhaltigkeitsbewusstsein und Innovationsstreben der Parfümindustrie.
Warum ist ethische Beschaffung in der Parfümherstellung wichtig?
Ethische Beschaffung spielt eine entscheidende Rolle in der Parfümherstellung, indem sie einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und den Schutz der Biodiversität gewährleistet. Viele Parfums basieren auf pflanzlichen Rohstoffen, von denen einige aus vom Aussterben bedrohten Pflanzen stammen. Ohne sorgfältige Praktiken kann die Ernte dieser Materialien Ökosysteme schädigen und das empfindliche Gleichgewicht lokaler Umwelten stören.
Die Wahl ethisch beschaffter Rohstoffe hilft der Parfümindustrie, Ökosysteme zu schützen, bedrohte Arten zu bewahren und die Gemeinschaften zu unterstützen, deren Lebensgrundlage von diesen Ressourcen abhängt. Sie steht im Einklang mit globalen Initiativen gegen Übernutzung und für faire Praktiken und ebnet den Weg für einen verantwortungsvolleren und transparenteren Produktionsansatz.