Thailändisches Zitronengras (Cymbopogon citratus) hat sich in der modernen Parfümerie als herausragende Ingredienz etabliert, geschätzt für seinen hohen Citralgehalt (75–85 %) und sein facettenreiches Aroma. Im Vergleich zum ostindischen Zitronengras bietet das thailändische Pendant einen helleren, eleganteren Duft, der spritzige Zitrusnoten mit kräuterigen und floralen Untertönen verbindet. Dadurch ist es eine bevorzugte Wahl für Luxusparfums, in denen es als lebendige Kopfnote oder als ausgleichendes Element in Kompositionen glänzt.
Wesentliche Highlights:
Chemisches Profil: Reich an Geranial, Neral und β‐Myrcen, was zu einer scharfen Zitruswirkung mit kräuteriger Tiefe führt.
Extraktionsmethoden: Techniken wie Lösungsmittel — Extraktion (Ertrag bis zu 2,08 %) und Wasserdampfdestillation (0,95 % Ertrag) sichern die Integrität des Aromas.
Vielseitigkeit beim Mischen: Harmoniert wunderbar mit Zitrusfrüchten, Kräutern und floralen Noten, oft von Sandelholz getragen, um die Haltbarkeit zu verlängern.
Formulierungsschwierigkeiten: Erfordert eine präzise Verdünnung, um Hautreizungen zu vermeiden und die Balance im Duft zu erhalten.
Kulturelle Bedeutung: Seit über 2.000 Jahren in Südostasien für medizinische und spirituelle Zwecke verwendet.
Thailändisches Zitronengras findet sich heute in Designerparfums wie „Green Tea“ von Elizabeth Arden und Diptyques „Oyédo“ wieder. Seine starke Nachfrage kurbelt auch die Wirtschaft an, mit einer weltweiten Produktion von über 45.000 Tonnen pro Jahr. Nachhaltige Methoden, wie die Ölgewinnung aus Blätterabfällen, steigern seinen Wert in der Duftindustrie zusätzlich.
Rosenduft aus Zitronengras herstellen
Wie thailändisches Zitronengrassöl extrahiert wird
Extraktionsmethoden für thailändisches Zitronengrassöl: Vergleich von Ertrag und Qualität
Die Methode, mit der thailändisches Zitronengrassöl gewonnen wird, spielt eine entscheidende Rolle für Aroma und Ausbeute. Es gibt drei Haupttechniken, die jeweils ihre eigene Balance zwischen Effizienz und Bewahrung des charakteristischen, citralreichen Duftes bieten.
Lösungsmittel — Extraktion
Die Lösungsmittel — Extraktion ist für den höchsten Ertrag bekannt und liefert bis zu 2,08 % ätherisches Öl [10, 11]. Dabei wird Hexan bei kontrollierter Temperatur (61–62°C) eingesetzt, um die aromatischen Verbindungen zu gewinnen und den Kontakt mit Luft und Hitze zu minimieren. Durch den Schutz der empfindlichen Moleküle vor Zersetzung entsteht ein Duft, den Experten als „feiner“ bezeichnen, verglichen mit anderen Methoden wie der Destillation.
„Wärme, chemische Lösungsmittel oder Sauerstoff während des Extraktionsprozesses denaturieren die aromatischen Verbindungen, verändern ihren Geruch, Charakter oder machen sie sogar geruchlos.“ – Enems Project
Enfleurage und Wasserdampfdestillation
Wer Wert auf Duftintegrität legt, greift zu traditionellen Techniken wie Enfleurage und Wasserdampfdestillation. Bei der Enfleurage werden Fette verwendet, um die aromatischen Verbindungen aufzunehmen; die Ausbeute liegt bei 1,96 % [10, 11]. Die Wasserdampfdestillation taucht das Zitronengras hingegen in kochendes Wasser, um die flüchtigen Öle schonend zu extrahieren – mit einer geringeren Ausbeute von 0,95 % [10, 11].
Thailändische Ernte- und Verarbeitungsmethoden
In Thailand achten Produzenten besonders darauf, die Qualität des Öls durch eine minimale Zeitspanne zwischen Ernte und Verarbeitung zu sichern. Die sofortige Verarbeitung von frischen Blättern mittels Dampfdestillation sorgt für einen Citral — Ertrag von 0,67 %. Regionen wie Khon Kaen sind für ihre rasche Verarbeitung bekannt, wodurch ein Citralgehalt von rund 79,24 % erhalten bleibt — mit einem ausgewogenen Verhältnis von Geranial (44,52 %) und Neral (34,72 %). Diese sorgfältige Behandlung gewährleistet das authentische Aroma des thailändischen Zitronengrases und erfüllt die anspruchsvollen Standards von Parfümeuren weltweit.
Was Parfümeure über thailändisches Zitronengras sagen
Frische der Kopfnoten
Thailändisches Zitronengras wird von Parfümeuren für seine lebhafte Zitruswirkung geschätzt. Es bietet einen scharfen, klaren Ausbruch von Zitronenzeste, kombiniert mit einer frischen, grünen Leichtigkeit, die an frisch zerstoßenes Gras erinnert. Der hohe Citralgehalt – bestehend aus Geranial und Neral – verleiht ihm eine besondere „spritzige“ Note und macht es zu einem der intensivsten, zitronigsten Naturöle.
„Die Floraliät der Zitrusnoten, mit einem intensiven, natürlichen asiatischen, leicht kieferartigen Duft.“ – Niks Anuman — Rajadhon, Eigentümer von Teens of Thailand und Asia Today
Diese florale Facette unterscheidet thailändisches Zitronengras von seinen europäischen Pendants, die meist holzigere Profile aufweisen. Experten beschreiben es als „exquisite Leichtigkeit“, die dazu beiträgt, schwerere Ingredienzien wie Öle oder Moschus zu erheben. Dieser schäumende Charakter geht nahtlos in eine kräuterige Komplexität über, die sich im weiteren Duftverlauf entfaltet.
Kräuterige und erdige Untertöne
Thailändisches Zitronengras ist begehrt für sein vielschichtiges Aroma. Während die Zitrusfrische dominiert, offenbaren sich auch kräuterige, balsamische und subtile florale Untertöne. Myrcen steuert eine kräuterige, balsamische Tiefe bei, während Geraniol eine zarte, rosige Floraliät einbringt und so das Herz des Duftes bereichert.
„Zitronengras nimmt das Schwere von Fleisch und Öl. Es ersetzt das Gewicht durch eine kräuterige Schärfe und exquisite Leichtigkeit.“ – Tanaporn Markawat, Sohn des Gründers von Naj Restaurant und Kochschule
In der Parfümerie ermöglicht diese Besonderheit, dass thailändisches Zitronengras dichte Basisnoten aufhellt, ohne den eigenen Charakter einzubüßen, sodass stets eine harmonische Balance im Duftverlauf gegeben ist.
Mischbarkeit und Haltbarkeit
Die Komplexität des thailändischen Zitronengrases macht es äußerst vielseitig beim Mischen. Parfümeure kombinieren es häufig mit Zitrusfrüchten, Kräutern und weißen Blüten, wobei Sandelholz oder Zedernholz als Basis für langanhaltende Wirkung sorgt. Sein starker, langanhaltender Zitruscharakter ergänzt andere Zitrusnoten wie Bergamotte und Mandarine, verleiht aromatischen Kräutern wie Basilikum und Minze Tiefe und mildert die Schärfe weißer Blüten wie Jasmin.
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Formulierungsschwierigkeiten und wie Parfümeure sie lösen
Intensität ausbalancieren und Hautreizungen vorbeugen
Thailändisches Zitronengras kann mit seinem Citralgehalt von 70–80 % andere Duftnoten leicht dominieren und bei unverdünnter Anwendung sogar zu Hautreizungen führen. Um diese Herausforderungen zu meistern, greifen Parfümeure zu präzisen Verdünnungen, etwa im Verhältnis 4:3:3 aus Alkohol, ätherischem Öl und Fixativen. So bleibt der Duft ausgewogen und das Irritationspotenzial wird gesenkt. Zusätzlich werden Antioxidantien wie BHT in einer Ratio von 0,5:1 bis 1:1 zugesetzt, um die Rezeptur vor Abbau durch Hitze, Licht und Sauerstoff zu schützen. Ein leicht saurer pH — Wert um 5,0 stabilisiert die Komposition zusätzlich.
„Die Herstellung eines Parfums mit dem Verhältnis (4:3:3) aus Alkohol, ätherischem Öl aus Cymbopogon spp. und Fixativen liefert ein hochwertiges Bio — Parfum mit nahezu keiner negativen Hautreaktion.“ – Jidimma Augustine Wapwera, Journal of Chemical Society of Nigeria
Fixative spielen zudem eine zentrale Rolle, indem sie die flüchtigen Kopfnoten verankern, sodass diese nicht zu rasch verfliegen.
Einsatz von Fixativen für längere Haltbarkeit
Zitronengras ist hochflüchtig und daher eine vergängliche Kopfnote, die bereits nach wenigen Minuten verfliegen kann. Um dem entgegenzuwirken, verwenden Parfümeure oft Sandelholzöl als Fixativ. Sandelholz verlangsamt die Verdunstung und lässt das Zitronengras länger verweilen – von der spritzigen Zitruseröffnung über die kräuterige Mittelphase bis hin zum geerdeten Abschluss. Diese Technik sorgt für einen natürlichen Duftverlauf und eine langanhaltende Anziehungskraft.
Proportionale Mischmethoden
Ein harmonischer Duft erfordert akribische Beachtung der Mischverhältnisse. Häufig kommt die 30/50/20 — Regel zum Einsatz: 30 % der Komposition entfallen auf Kopfnoten wie Zitronengras, 50 % auf Herznoten und 20 % auf die Basisnoten. Aufgrund der Intensität von Zitronengras ist präzises Dosieren essenziell, damit es nicht die gesamte Komposition überdeckt. Für topische Anwendungen empfehlen Parfümeure, ätherische Öle auf Konzentrationen von 0,5 % bis 2 % zu verdünnen – das entspricht 1–2 Tropfen ätherisches Öl pro Teelöffel Trägeröl, um die ideale Balance zwischen Duftwirkung und Hautverträglichkeit zu erzielen.
Thailändisches Zitronengras in Designerparfums
Geschichte und Symbolik
Seit über 2.000 Jahren ist Zitronengras in Südostasien eine geschätzte Pflanze, die für ihre medizinischen und spirituellen Eigenschaften verehrt wird. Sie spielte eine zentrale Rolle bei Ritualen und Tempelopfern in der gesamten Region, wobei viele südasiatische Traditionen ihr die Kraft zuschreiben, Schlangen und böse Geister fernzuhalten.
„Atmen Sie tief ein, und Sie nehmen ein intensives und kunstvolles Aroma auf, wie ein filigran geschwungenes Tempeldach eines thailändischen buddhistischen Tempels.“ – Anthony Kuhn, NPR
Dieses reiche kulturelle Erbe ist nahtlos in die moderne Luxusparfümerie eingeflossen: Zitronengras inspiriert Spa-ähnliche Düfte und Aromatherapieprodukte, die der Entspannung und Linderung von Stress dienen.
Einsatz in Luxusparfums
Thailändisches Zitronengras sticht in der Duftwelt durch seinen hohen Citralgehalt (zwischen 75 % und 85 %) hervor, der ihm eine klare, mehrschichtige Charakteristik verleiht. Bedeutende Parfumeure wie Alpha Aromatics nutzen seine Vielseitigkeit für raffinierte Kompositionen wie „Applewood Lemongrass“ (mit Patchouli und Zeder), „Black Ginger and Lemongrass“ (mit Bergamotte und Vetiver) oder „Yuzu Blossom Lemongrass“ (mit Kirschblüte und Bambus).
In Designerparfums ist Zitronengras bei Elizabeth Arden eine Schlüsselnote im Duft „Green Tea“ und sorgt für frische, citrusherbale Akzente. Diptyques „Oyédo“ kombiniert es mit Zitrone und aromatischen Grüntönen für ein sprudelndes, unverwechselbares Profil. L’Occitanes „Verbena“ — Linie integriert zitronengrasähnliche Noten für eine scharfe, grüne Frische. Nicht nur in klassischen Parfums, sondern auch in luxuriösen Seifen und Cremes ist thailändisches Zitronengras begehrt – für seinen erfrischenden Duft und seine natürlichen insektenabweisenden Eigenschaften.
Wirtschaftliche und produktionstechnische Vorteile
Thailändisches Zitronengras ist nicht nur ein olfaktorisches Juwel, sondern auch ein Wirtschaftsmotor. Mit einer weltweiten Jahresproduktion von über 45.000 Tonnen ätherischem Zitronengrasöl bietet die Pflanze bemerkenswertes finanzielles Potenzial. Ein einziges Hektar Zitronengras kann jährlich bis zu 4,8 Millionen Dollar abwerfen, dank seines schnellen Wachstums und der ertragreichen Natur. Die Robustheit ermöglicht eine Ernte sogar schon im frühen Stadium – so bleibt die Versorgung stabil.
Nachhaltige Praktiken steigern den Wert zusätzlich: Durch die Gewinnung von ätherischem Öl aus Blätterabfällen werden Agrarrückstände zu hochwertigen Rohstoffen aufgewertet. Mittels Wasserdampfdestillation erzielt frischer Zitronengrasblätterabfall einen Citralgehalt von 0,67 %, das gewonnene Öl entspricht den Normen ISO-3217-1974. Diese Vorgehensweise erhöht nicht nur die Produktionseffizienz, sondern unterstützt auch eine umweltbewusste Rohstoffgewinnung.
Fazit
Thailändisches Zitronengras hat sich dank seines kräftigen Citralgehalts und seiner enormen Vielseitigkeit als herausragende Ingredienz der modernen Parfümerie etabliert. Sein leuchtend-zitrischer Duft glänzt in Kopfnoten — Kompositionen und bringt eine unvergleichliche, lebendige Frische. Doch nicht nur die Spritzigkeit macht es begehrt – es harmoniert ebenso mit schweren Basisnoten und schafft so einen ausgewogenen Einklang in Duftkompositionen.
Die Art der Extraktion ist entscheidend für Ausbeute und Duftcharakter des Zitronengrasöls. Zu hohe Hitze kann den Citralgehalt beeinträchtigen, weshalb schonende Verarbeitung unerlässlich ist.
Besonders faszinierend ist die Doppelfunktion des thailändischen Zitronengrases: Es bringt nicht nur aromatische Intensität, sondern bietet auch praktische Vorteile. Mit den richtigen Fixativen und Mischtechniken lässt sich die Intensität perfekt ausbalancieren, während die natürlichen antimikrobiellen Eigenschaften der Formulierung einen funktionalen Mehrwert verleihen.
Verwurzelt in einer langen Geschichte medizinischer und spiritueller Nutzung, gewinnt Zitronengras weiter an Bedeutung. Innovationen wie nachhaltige Extraktionstechniken und die Wiederverwertung von Zitronengrasblätterabfällen steigern nicht nur seine kreative Anziehungskraft, sondern stärken auch seine Rolle im wirtschaftlichen Gefüge der modernen Parfümerie.
Häufig gestellte Fragen
Was macht thailändisches Zitronengras bei der Duftkreation so besonders?
Thailändisches Zitronengras zeichnet sich in der Parfümerie durch sein spritziges, zitrusbetontes Aroma aus. Dank seines hohen Citralgehalts verleiht es eine knackige, schärfere Zitronennote als andere Zitronengras — Arten und ist daher die erste Wahl für die Komposition frischer und belebender Düfte.
Dieses charakteristische Duftprofil sorgt nicht nur für Lebendigkeit im Parfum, sondern schenkt ihm auch Tiefe und Raffinesse. Es harmoniert exzellent mit floralen, würzigen und krautigen Noten, macht es zu einer vielseitigen, kraftvollen Zutat, die die Kunst des Duftmischens veredelt.
Wie beeinflusst der Extraktionsprozess die Qualität und Ausbeute des thailändischen Zitronengrassöls?
Das Verfahren zur Extraktion von thailändischem Zitronengrassöl hat großen Einfluss auf die Menge des gewonnenen Öls und dessen aromatische Qualitäten. Wasserdampfdestillation ist meist die bevorzugte Methode, da sie den hohen Citralgehalt bewahrt, der Zitronengras sein charakteristisches frisches, zitrisches Aroma verleiht. Obwohl diese Methode besonders sanft und qualitätsschonend ist, liegt die Ausbeute typischerweise bei etwa 0,9–1 % des Gewichts.
Wer eine höhere Ausbeute wünscht, kann auf die Lösungsmittel — Extraktion setzen, die 2–2,7 % Öl liefert. Dabei werden sowohl flüchtige als auch halbflüchtige Verbindungen erfasst, allerdings kann der Duft leicht verändert werden oder es bleiben Lösungsmittelrückstände zurück, die entfernt werden müssen. Eine weitere Option ist die Enfleurage, ein traditionelles Niedrigtemperaturverfahren, das zwischen Qualität und Menge balanciert – mit rund 1,9 % Ausbeute, jedoch arbeitsintensiv in der Umsetzung.
Parfümeure wählen die Methode je nach Ziel: Puristische Citralqualität für anspruchsvollen Duft oder größere Mengen zur Deckung eines weiten Bedarfs.
Welche Herausforderungen erleben Parfümeure beim Einsatz von thailändischem Zitronengras?
Thailändisches Zitronengras, geschätzt für seinen lebendigen, zitrusfrischen Duft, bringt auch Herausforderungen für Parfümeure mit sich. Ein zentrales Problem stellt die uneinheitliche Verfügbarkeit dar. Saisonale Ernten, Klimawechsel und das begrenzte Anbaugebiet beeinflussen Angebot und Preis von hochwertigem Zitronengrasöl.
Auch der Extraktionsprozess ist anspruchsvoll: Ätherisches Zitronengrassöl reagiert sensibel auf Wärme, Sauerstoff und bestimmte Lösungsmittel. Fehler können das Duftbild mindern oder unerwünschte Nebennoten hervorrufen. Hinzu kommt die im Verhältnis niedrige Ausbeute der Extraktion, was sorgfältige Methoden erfordert.
Eine weitere Schwierigkeit ist Citral, der Hauptbestandteil des Öls. Citral ist als äußerst instabil bekannt und neigt zur Zersetzung oder Veränderung während der Verarbeitung – das erschwert es, die lebendige, frische Qualität zu erhalten. Um diese Hürden zu überwinden, setzen Parfümeure auf Fixative und exakt abgestimmte Formulierungen, sodass die spritzige Frische des thailändischen Zitronengrases im Parfum bewahrt bleibt.